Berichte


Jubiläumstreffen 2017

Wer den Tod nicht scheut, fährt nicht nur Lloyd!

Fünf Jahre sind vergangen und wir freuen uns, dass monatlich regelmäßig um die 25 Old- und Youngtimer-Besitzer im Hotel Maack (Hamburger Str. 6, 21220 Seevetal-Maschen) zusammenkommen! Dort werden nicht nur Erfahrungen ausgetauscht, um die Autos in einem technisch guten Zustand zu halten; inzwischen haben sich sogar zahlreiche Freundschaften gebildet, so dass private Treffen möglich wurden.

Natürlich hat der Stammtisch immer wieder gemeinsame Veranstaltungen – in der Regel an Wochenenden – geplant und durchgeführt. (Leider fiel das Segelfliegen in Fischbek am 12.8. buchstäblich ins Wasser, wird aber nachgeholt.) Schließlich muss ein historisches Auto „rollen“ – vom Stehen in der Garage wird es nicht nur „Plattfüße“ an den Reifen geben. Kontakte zur „Freitagsrunde“ in Lüneburg (Mercedes) bestehen schon lange sowie auch zur „C.A.R.S.“ in Salzhausen und inzwischen auch zum „Home of Classics“ in Winsen. Dass man sich zum Besuch von Oldtimerveranstaltungen im Landkreis trifft, um seine Schätzchen zu zeigen, ist selbstverständlich (z.B. Dibbersen, Schlosspark Winsen, TÜV Hanse / Harburg); es geht sogar immer wieder mal nach Bad Segeberg, Bleckede, Ellringen und Celle.

Wer neu zu diesem markenoffenen Kreis dazu stoßen möchte, kann das jederzeit, aber besonders auf dem Jubiläumstreffen am Sonntag, 10.9.2017 / 11.30 Uhr zur Ausfahrt ab Hotel Maack / Maschen in die Umgebung bzw. ca. 14 Uhr zum gemeinsamen Imbiss im Oldtimertreff Ramelsloh (Bei den Kämpen 1, 21220 Seevetal). Wer sich vorab im Internet informieren möchte, kann das auf www.classics-nordheide.de tun.

Und noch eine wichtige Anmerkung zum Schluss: Wir sind weder ein Verein mit Satzung und Jahresbeitrag noch eine „steife, deutsche Kulturgruppe“, sondern offen für alle Gleichgesinnten jedweder Automarke (ein Youngtimer sollte es aber mindestens sein)! Der Dank gilt besonders unserem Sprecher, Hans-Günter Teichmann, für sein unermüdliches Organisieren.

 

Rainer Borgwardt


Kutter Törn mit Landrath Küster

Oldtimer-Folks aus Oldtimer-Szene auf Oldtimer-Hochseekutter „Landrath Küster“

 

Sonnabend, 6.9.2014, 8.07 Uhr (mitten in der Nacht …), Abfahrt vor der Haustür mit meinen beiden Nachbarn zum Segeltörn ab Finkenwerder – für Spätaufsteher wie mich, der sich um diese Zeit noch einmal im Kuschelkissen umdreht, ein großes Opfer !

Und dann, nach dem Einbiegen am Kutterhafen: wunderbares Ambiente im Morgenlicht: Gegenüber einer aus der Kindheit vertrauten Elbfähre in Grün-Weiß liegt eine „Nuss-Schale“ mit zwei Masten – brav am Anleger vertäut mit vier wartenden Blauhemd-Männern, z.T. mit weißen Bärten: Da fallen einem so manche Lieder aus der „Mundorgel“ * wieder ein („Alle, die mit uns auf Kaperfahrt fahren, …“);

Mist! Die „Mundorgel“ liegt zu Hause auf der Fensterbank – bei eiligem Aufbruch vergessen …

 

Die Crew besteht ihre erste Aufgabe beim „Rückwärts-Ausparken“ hervorragend und das Vertrauen zu ihr wächst zusehends (im wahrsten Sinne des Wortes). Vorbei an auffälligen Landmarken wie dem Augustinum in Neumühlen, den Docklands in Altona (mit dem Kreuzfahrer „Costa Mediterranea“ daneben), den im bunten Anstrich grüßenden Hafenstraßen-Häusern, Elbtunnel-Kuppeln am St.Pauli-Anleger und der Elbphilharmonie (nebst „Aida sol“ und der kleinen „Hamburg“ am Kreuzfahrer-Terminal) tuckern wir bei auflaufendem Wasser (Flut) per Schiffsdiesel wieder elbabwärts und das in der Mittagssonne gut gelaunte Elbuferpanorama zieht an unseren Fotoapparaten bis Schulau vorbei; diesmal sind auch WIR sicher Ziel zahlreicher „Klicks“ der Ausflügler an Land – nur auf die Nationalhymne an der Schiffsbegrüßungs-anlage warten wir vergeblich (zu Recht, so ungeordnet, wie wir auf Deck „herumlümmeln“) …

 

Was man neun Stunden lang auf einer solchen Ausfahrt macht??

  1. Relaxen mit Südseegefühl („Dahinten müssen irgendwo gleich die Fidschi-Inseln vorbeikommen!“) mit seinem Achtersteven**
    auf 15 cm Holzbank & Reling (drei Handbreit über dem Wasserspiegel) oder Anker-Spill oder Holzkiste oder Klappstuhl;
  2. Kennenlernen der knapp 30 Mitreisenden (da ist auch Eigeninitiative gefragt);
  3. braves Anstellen beim „Backen un Banken“ an den Platten (zarter/knuspriger Spanferkelbraten) und Schüsseln (leckere Salate)
    der in Stade an Bord genommenen Verpflegung;
  4. Bewunderung der nautischen Technik inklusive der supermodernen AAAuAD (Absaug-Abort-Anlage unter Achter-Deck) und Staunen über manch’ eingeschlagenen Slalom-Kurs mit Zielanlauf auf Fahrwassertonne;
  5. Beseitigung des mitgeführten Ballast-Wassers („Getränke“) durch intelligente Primaten und penible Sammlung ihrer Gebinde;
  6. Testung der mitgeführten Anoraks und Outdoor-Jacken auf „Nieselfestigkeit“ ob der 86 Tropfen Himmelskondensats;
  7. beharrliches Warten auf das Setzen der auf den Flyern gesehenen Segel, das wegen der gefühlten – 1 Beaufort im Spätsommer-
    Hoch ausfiel, was angesichts der überall vorhandenen Reepe*** auch zu zahlreichen Verwicklungen (zumindest bei Armen & Beinen) geführt hätte.

Fazit: ein schöner Wochenend-Urlaubstörn mit gut gelaunter Gesellschaft in ruhigem Fahrwasser (das Mittagessen folgte ungestört der „normalen Passage“) mit peripherem Gewitter-Unwetter in der Ferne und Hoffnung auf einen trockenen Keller zu Hause nach 25 l/m² Platzregen in 45 Min. (bei mir: negativ) – Dank an alle beteiligten Organisatoren!

 

Love U,

Borgi.

 

*      Lieder-Sammlung des CVJM der 50er Jahre;

**    Gesäß / Hintern / Popo / Arschbacken;

***   Seile, Taue / beachte auch: „Reeperbahn“!


Bei den Segelfliegern in Fischbek

‚Flieger, grüß mir die Sonne …!’

 

Claudia Kleinert (ARD-Wetterstudio) hatte recht, als sie Freitag Nacht um 22.43 Uhr verkündete, dass ab Mittag der Himmel im Norden aufreißen würde und damit der Regen zu Ende sei. Gut, dass ich meine E-Mails noch nicht gelesen hatte, denn Flugplatz-Tageschef Werner hatte noch gegen 7 Uhr geschrieben, dass das Fliegen wohl leider ausfallen müsste … (Das erfuhr ich aber erst am Treffpunkt um 10 Uhr vor dem Hotel Maack.) „Teichi“ entschied, trotzdem zu fahren, denn schließlich müsste die mitgebrachte Tagesverpflegung (Kuchen usw.) ja gegessen werden. Und so zog eine überschaubare Karawane von 13 Oldtimern ab in Richtung Naturschutzgebiet „Fischbeker Heide“.

 

Um es gleich vorweg zu nehmen: Auch wenn wir nicht geflogen wären, hätte sich der Besuch gelohnt: Es gibt in den verträumten Hallen am Parkplatz nicht nur die Werkzeuge für eventuelle Reparaturen zu bestaunen (edles Handwerk!), sondern auch einen flugfähigen Oldtimer-Segler aus dem Jahre 1955 und unsere neugierigen Nasen haben schnell den unter einer Plane geschonten Ford T aus dem Jahre 1917 entdeckt; beide finden angesichts der durchlugenden Sonnenstrahlen einen Ehrenplatz vor unserer Auto-Kulisse. Und schließlich bringt uns die „Bergziege“ (am Leben erhaltener, funktionsfähiger Mercedes-Kleinbus-Veteran) dann doch zur Start- und Landebahn: Der Flugbetrieb ist aufgenommen und ein gestandener Flugschüler absolviert gerade seinen Prüfungsflug.

 

Wir wehren uns mit Kapuzen an dicken Anoraks und mit Schals +/- erfolgreich gegen die frische Brise aus SW, die uns trotz des kalendarischen Sommeranfangs skeptisch dreinblicken lässt: Wer wird fliegen ??? Unsere Piloten (inklusive Werner) gucken zuversichtlich und so finden sich doch 13 Freiwillige. (Wie heißt noch die alte Fliegerweisheit: ‚Das Gefährlichste am Fliegen ist der Weg mit dem Auto zum Flughafen!’ – na, den haben wir ja schon überstanden.) Also los: Einkleiden, Einweisung – kurz darauf quetsche ich meinen Körper ins Cockpit. (Ich hätte noch ein paar Kilo abnehmen sollen; aber eine „Schablone“ wie vor der Besichtigung eines U-Bootes gibt es hier nicht !) Es ist seeehr eng – wo soll ich bloß meine Füße lassen ? Ich darf ja die Pedale und Steuerelemente nicht blockieren, sonst …

 

Das Seil zieht an, es geht aufwärts: In drei Sekunden von 0 auf 100 km/h, das schafft kein Porsche – Achterbahn-Fahren ist Kinderkram dagegen. Bevor man zum Nachdenken kommt, klinkt das Seil in 350 m Höhe aus und die wieder erreichte Waagerechte gibt den Blick frei auf die schöne Landschaft über die Elbe bis Wedel – TOLL ! Und mein Pilot findet sogar ein paar Thermik-„Fahrstühle“ nach oben ! Schade, dass es nach rd. 20 Minuten wieder abwärts zur (butterweichen) Landung auf der Grasnarbe geht – aber die anderen wollen ja auch noch nach oben.

 

Und so endet der Flug-Ausflug ähnlich wie im Asterix-Heft auf der letzten Seite: um den Holztisch versammelt, sich an Speisen & Getränken labend – nur das Lagerfeuer und der geknebelte Barde im Baum fehlen (wir hatten das Fliegerlied eh nicht geübt und Rauchschwaden kämen in einem Naturschutzgebiet auch nicht gut an; wir wussten ja auch nicht, ob die FREIWILLIGE FEUERWEHR FISCHBEK ein Oldtimer-Löschfahrzeug besitzt) …

 

Großen Dank an Werner und seine emsigen Helfer !

 

„Borgi“.


Besuch im PS Speicher in Einbeck

Bus-Trip zum Saisonauftakt 2015

 

„Kommst Du mit?“  „Wohin?“  „Zum PS-Speicher.“  „Wie jetzt: Turbolader?“  Nein – Getreidespeicher, früher!“  „Wie – Biogas?“  „Nein, in dem alten Kornspeicher in Einbeck stehen jetzt Autos und so …“   „Ich denk’, die machen da Bier?“   „Ja, auch!“

 

So oder ähnlich mag mancher von uns den Entschluss gefasst haben, sich mit „Teichmann-Reisen“ (fiktive Firma) und gechartertem Bus an einem Sonnabend-Morgen auf die A7 gen Süden Richtung Weserbergland zu machen. Die Erwartungen sind mittelgroß, hatte man doch in seinem Leben schon einige Museen-Besuche absolviert; immerhin: Der moderne Bus (inklusive erfahrenem Fahrer) macht einen vertrauens-würdigen Eindruck und durch die getönten Scheiben ist von außen nicht zu erkennen, dass der Altersschnitt der 34 Fahrgäste wohl jenseits der 50 liegen dürfte: Oldtimer-Fans eben.

 

Wir biegen dort auf den Parkplatz ein, der Busfahrer beweist, dass er sein „Handwerk“ versteht, als er den Dreiachser über enge PKW-Zufahrten auf einen Platz stellt, der dafür eigentlich gar nicht vorgesehen ist, und auf dem Fußweg zum Eingang laden ein paar in je einen Blech-Container mit seitlicher Glasscheibe drapierte Oldtimer-Autos ein: Naja, der graue BORGWARD Goliath in der Mitte hätte als Blickfang vielleicht eine hübschere = auffälligere Lackierung verdient (es gab ihn damals in wunderschönem, dezenten Orange). Der alte (ehemalige) Getreidespeicher im Stil eines 6-stöckigen Backstein-Hochhauses aus dem Jahre 1898 (!) ist da schon wesentlich imposanter.

 

In der modernen Eingangshalle überrascht zwar ein Exponat eines über Kopf aufgehängten Oldtimers über seinem skelettierten Zwilling, aber nur dem geschulten Blick offenbart sich, dass es ein früher BORGWARD (Hansa 1100, Bj. ab 1934) aus Bremen ist … Immerhin: Die elektronischen Führer mit Kopfhörer sind kostenlos (wo gibt es so etwas sonst noch?) !

 

Auch die Zeitlupenfahrt mit dem ehemaligen Lastenfahrstuhl in das oberste Geschoss des Speichers erzeugt noch kein Herzklopfen; dann steht man plötzlich vor dem ersten Stück „beräderten Fortbewegungsmittels“, das nach Ochsenkarren und Pferdekutschen damals für eine Sensation gesorgt haben mag: der zweirädrigen Fahrmaschine des Herrn Drais „mit Laufantrieb“ (weil ohne Pedale) aus dem Jahre 1812, sieht dazu den witzigen Film im Wettrennen mit Pferdekutsche und Langstreckenläufer zum Wirtshaus und Stück für Stück geht man auf eine spannende Zeitreise über Hochrad, erstem Automobil von Carl Benz und zahlreichen Motorrädern (z.T. noch mit Keilriemen-Antrieben) bis hin zu den Autos der Nachkriegs-Wirtschaftswunder-Zeit: Stockwerk über Stockwerk abwärts wird man gefangen genommen von der liebevollen, ideenreichen Art der Gestaltung! Alle Ausstellungsstücke sind mutig „zum Anfassen nah“ und nicht hinter Scheiben oder Gittern gefangen und die erläuternden Kurztexte sind sogar auch in englischer Sprache abgefasst … Man findet sich u.a. in einer Milchbar der 50er Jahre wieder mit funktionierender (kostenloser!) Jukebox (für jüngere Leser: automatischer, gekapselter Großplattenspieler mit Titelauswahl über mechanische Eingabetasten nach Münzeinwurf mit schönen Bass-Tönen ohne Subwoofer) oder in einer Camping-Szene mit „VW-Sambabus“ und seitlich geparktem „Amphicar“ aus Berliner Fabrikation (fahrbereite, gut restaurierte Exemplare liegen inzwischen jenseits der 65.000 €-Marke!).

 

Ich bin „hin und weg“ – welch ein Museum! Dass gerade noch Zeit bleibt für ein kurzes Mittagessen im angeschlossenen Restaurant oder in der wunderschönen Altstadt, die man eilig durchschreitet, um wenigstens einen kleinen Eindruck dieser ehemaligen Hansestadt (1368) mit den Fachwerkhäusern des 16. Jahrhunderts zu erhaschen, bis uns der Bus nach  knapp vier Stunden Reisezeit wieder in Maschen absetzt, ist schade – ich werde an einem Sommertag wiederkommen. Und BIER? Ja, das gibt es da auch, aber das wird dann beim nächsten Mal (Brauereibesuch?) ein weiteres Ziel sein …

 

Danke, „Teichmann-Reisen“ (Hans-Günter) !!!

 

Rainer Borgwardt.

 

P.S.: Wusstet Ihr, dass das hochprozentige Einbecker Bockbier ein großer Exportschlager schon zur Zeit der Hanse war und dass es in Hamburg (mit ebenso langer Brau-Tradition) sogar im Keller seines ersten Rathauses (Baubeginn 1228 an der Hökerstraße = heute „Dornbusch“) ausgeschenkt und darum „Eimbecksches Haus“ genannt wurde? Na dann: Prost!